Es grünt so grün…

Grün ist die Farbe der Hoffnung, die Farbe des Lebens. In seinen zahlreichen Facetten und Nuancen kann es eine wahrlich beruhigende Wirkung entfalten.

Als ich in alten Fotos “blätterte” fielen mir drei Fotos sofort ins Auge:

Grün

 

Das erste Bild der Reihe heißt “Graskolonien” und ist eine Mixed Media Arbeit, bei der ich Tusche, Aquarell, weiße Ölkreide und ein wenig weiße Gouache verwendet habe. Damals arbeitete ich viel mit der Farbe Grün, die immer auch für Vegetation stand, in diesem Fall auch für Rhythmus und Wiederholung.

Rhythmus und Wiederholung hat mich wohl auch an diesen beschnittenen Hecken im etruskischen Museum in Volterra ( ich hoffe meine Erinnerung ist da richtig) erinnert. Die Kunst der Beschneidung von Hecken ist ziemlich alt und faszinierend zugleich: Etwas wildes und lebendiges, natürliches wird in eine geometrische Form überführt, die wiederum künstlich ist. (Das Wort “künstlich” beinhaltet sogar “Kunst”)

Beim dritten Bild handelt es sich um ein Filmstill meiner Examensarbeit. Ohne groß auf diese Arbeit im Speziellen einzugehen (vielleicht in einem anderen Beitrag) – handelt es hier um einen Spinatsud, der für das Färben einer Speise verwendet wurde. Die schaumige Konsistenz war keine Absicht, sondern eher ein willkommener Zufall und eine schöne, wenn auch etwas eklige Textur.

 

In diesem Zusammenhang mache ich übrigens mal ein Geständnis: Ich lese unglaublich gerne Interiorseiten und Blogs. Wahrscheinlich, weil mich Inneneinrichtung sosehr fasziniert wie das Kochen oder Nähen oder eben das Arbeiten im Garten. Komischerweise sind das alles Gebiete, die ziemlich weiblich geprägt sind. Ich glaube, es liegt schon eins bis zwei Jahre zurück, da prophezeite (an dieser Stelle ein schelmisches Lachen dazu denken) ich einen neuen “Trend”. Ich sagte: “Wenn man den Blogs Glauben schenken mag, wird es sicher bald wieder die Zeit der Zimmerpflanzen geben” Über diesen Satz wurde ein bisschen beschmunzelt. Zimmerpflanzen waren nämlich wahnsinnig “out”, warum sich um ein Ding kümmern, das nur einstaubt oder irgendwann eintrocknet und stirbt? Ich hatte aber schon als Studentin ziemlich viele Pflänzchen auf meinem Fensterbrett. Eine weiße Orchidee, eine eigenartige Wüstenknolle, die seltsame grüne Blüten hatte, Alpenveilchenknollen, die übrigens einfach so Blüten treiben, ohne sie einzupflanzen und andere Sukkulenten, die ich noch heute habe und mich an ihnen freue. Auch, wenn ich zu dieser Zeit keinen Garten hatte, versuchte ich Kräuter zu ziehen oder im Januar blühende Winterlinge vorzuziehen. Manches ging schief. Heute freue ich mich an einem großen Garten und kann nicht verstehen, wie es war ohne einen zu leben. Ich glaube, dass Pflanzen ganz entscheidend zur Verbesserung der Raumatmosphäre beitragen, bzw. eigentlich wird es die Farbe Grün sein, die dies in uns bewirkt. Seien wir also froh, dass die Evolution die Grünalge wählte, um zahlreiche Variationen in Form und Gestalt auszubilden.

Kleiner Nachtrag: Eine neue Trendprophezeiung (lach) : Das Ornament wird an Stärke gewinnen, besonders florale Formen. Dabei wird sich eine Mischung aus Floralem und Künstlichem herausbilden (sprich Pflanzenformen werden mit ungewöhnlichen Farbkombinationen gepaart wie z.B. Pastellfarben). (Fortsetzung folgt—)

(Wen die Farbe Grün weiter interessiert, hier sind auf meiner Pinterestseite weitere Ideen zu finden)