Frau G. und andere Geräte.


Frau G. und andere Geräte 

Sie begleiten uns in unserem Leben. Leise oder sehr laut, aber paradoxerweise meistens unbewusst. Wir werden von ihnen gestalkt und andererseits können wir nicht ohne sie sein: Die Rede ist von Geräten, Automaten und Maschinen, die unser Leben doch so einfach gestalten sollen! Schon nach dem Aufstehen verwenden wir vielleicht eine elektrische Zahnbürste, einen Nasenhaarschneider oder eine elektrische Mundspülung. Danach wird ein Frühstücksei im Eierkocher zubereitet - in einem Eierkocher von Braun, in den nur drei Frühstückseier Platz finden und natürlich so sanft und auf den Punkt gegart werden. Danach öffnen wir das Ei mit einem Sollbruchstellenverursacher, eine Guillotine für den Haushalt. Wenn wir schon einmal bei unserem Frühstück sind, blättern wir vielleicht in der „Modernen Hausfrau“ auf der Suche nach neuen, praktischen Geräten. Neuerdings besitzen wir einen Thermomix, liebevoll Thermi genannt. Das Raclettegerät verstaubt mit anderen seiner Art auf dem Dachboden. Während wir essen, dröhnt ein übergroßer Laubbläser an unser Ohr. Der Form des Laubbläsers zu urteilen möchte da wohl jemand etwas kompensieren? .... Und wird unser Thermomix vielleicht demnächst die Weltherrschaft an sich reißen? Dies und viel mehr behandelt Frau G. kompetent, musikalisch und mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor in ihrem Programm „Frau G. und andere Geräte“. 

Die ausgebildete Mezzosopranistin Barbara R. Grabowski nahm sich dieses Mal einem zeitlosen Thema an, das uns alle beschäftigt. Manch einer fühlte sich thematisch derart angesprochen, dass er rot vor Scham wurde oder über sich leise schmunzeln musste. Auch Tabuthemen wie die Menstruationstasse kamen nicht zu kurz.

Dass Kaukunstueck zuvor gefragt wurde, ob es ein Bühnenbild machen könne, freute dieses umso mehr. Liebe Frau G. ich danke dir, dass ich dieses Projekt mit dir gemeinsam umsetzen durfte. Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht und mich vor neue Herausforderungen gestellt. Als ich vorschlug, ich könne doch einen kleinen Zeichentrick dafür machen, hast du mich vollkommen darin unterstützt und das findet man doch selten!

Der kleine Zeichentrickfilm vereint hierbei verschiedenste Techniken aller Art: Zeichnung, Malerei, digitale und analoge Collage und Fotografie. Er besteht aus kleinen Sequenzen, die vom Bewegungsablauf nicht zu kompliziert sein durften. Die kürzesten Sequenzen entstanden so ausschließlich mit Handarbeit. 

Thematisch zeigt der Zeichentrick die Geschichte eines fiktiven Geräts, dem E-Chick. Eine buchstäbliche Legebatterie, die Strom und Essen braucht, um Eier hervorzubringen. Eine Unsinnsmaschine! Zunächst entnimmt man die Maschine einer anderen Maschine, einem Münzautomaten. Seine Reise durch zufällige Maschinen und Geräte verändert die Form des Eis nicht, am Ende springt eine fröhliche Frau G. aus dem Ei, um das weitere Programm anzukündigen. 

Hier einige kurze Einblicke in Ausschnitte des Zeichentrickfilms:  Automat Vollansicht.