Hygge – Cozy – Gemütlich : Wie richte ich mein Daheim sinnlich ein?

 

Hygge beschreibt einen Trend und ein Lebensgefühl aus Skandinavien, das jetzt groß in Mode zu kommen scheint.  

Für ein hyggeliges Wohngefühl spielen unsere sinnlichen Wahrnehmungen eine wichtige Rolle.Oftmals betrachten wir unsere unsere Sinne nur eingeschränkt.Den Seh- und Gehörsinn setzen wir viel bewusster ein als z.B. den Geruchssinn, den wir manchmal vollkommen ausblenden und der viel im Unterbewusstsein arbeitet. Wie kann man ein Heim gemütlich machen, sodass es von allen Sinnen gleichberechtigt wahrgenommen wird? Hier ein paar Beispiele. 

Das Auge = Licht – szenische Atmosphäre 

Begreifen wir unsere Räume als eine Art „White Cube“ als eine weiße Leinwand, oder besser gesagt einen weißen, unangetasteten Raum. Ein Bühnenbildner sieht darin vielleicht die leere, noch unbespielte Fläche, ein Künstler sieht die Gelegenheit im Raum eine Installation einzufügen. 

Licht kann in Form von Tageslicht die Räume und Architektur durchfluten, oder künstlich in Szene gesetzt werden. Die meisten Menschen empfinden z.B. Kerzenlicht in der kalten Jahreszeit als erhellend und warm. Es ist schwer Licht so zu inszenieren, dass in einem Raum eine Atmosphäre erzeugt wird, ganz besonders entscheidend dabei kann auch die Wahl der Lichtfarbe sein.

 

Die Nase – olfaktorische Atmosphäre

Die Duftkerze feiert gerade einen gewaltigen Hype. Es gibt kaum einen Interiorblogger, der nicht eine teure Duftkerze in seinem Arbeitszimmer platziert. 

Geruch kann jedoch tatsächlich für eine bestimmte Atmosphäre sorgen: Im Arbeitszimmer ein klarer, frischer Geruch, um sich besser konzentrieren zu können und im Wohnzimmer ein kann ein beruhigender Geruch wie z.B. Lavendel für Entspannung sorgen. 

Es gibt jedoch noch mehr Möglichkeiten, olfaktorische Szenerien zu schaffen: Stellt man einen frischen Strauß Blumen auf den Tisch, können die Blüten ihren Duft verströmen. Freesien, Rosen und Lilien sind bekannte Duftblüher, Kräuterzweige sorgen für Würze und frisch abgeschnittene Tannenzweige sorgen für einen harzigen Geruch im Winter und an Weihnachten. 

Hat man einen Kamin oder Kachelofen, kann die Zugabe von duftenden Kräutern in der kalten Jahreszeit für Gemütlichkeit sorgen. So werden unangenehme Nebengerüche aus der Wohnung verbannt. Wenn ein Kuchen in der Küche gebacken wird, hüllt dieser Duft auch die Wohnung ein: so wurden schon Immobilien erfolgreich verkauft! 

Das Ohr – akustische Atmosphäre

Das Knistern eines Kamins, das Tröpfeln eines Brunnens, die Musik aus dem CD-Spieler: Geräusche werden sehr oft unterschwellig wahrgenommen, außer man möchte bewusst abends Musik zelebrieren und dabei vielleicht noch ein Glas Wein genießen. 

Hat man dazu noch einen großen Garten, den man sein Eigen nennen darf und interpretiert diesen als Erweiterung des Hauses mit seinen grünen Zimmern, Wegen und Sitzmöglichkeiten, gibt es noch viel mehr Möglichkeiten mit akustischen Reizen zu experimentieren.  Hier das Zwitschern und Zirpen der Vögel und Grillen, dort das Plätschern eines Brunnens oder das Klirren eines Windspiels. 

Der Geschmack – die Atmosphäre des Gourmets

Neben dem Geruch ist der Geschmack sicher einer unserer wichtigsten Wohlfühlsinne (wobei beide Sinne auch schnell für Unwohlsein und Ekel verantwortlich sein können). 

Im Winter, wenn man es sich im Inneren des Hauses, in seinem Nest so richtig schön mummelig machen will, sehnen wir uns plötzlich nach vollen, warmen und auch pikanten Gewürzen: Nelken, Zimt und Kardamom, um nur einige wenige zu nennen. Schuld an diesem Gefühl sind die Erinnerungen an die gute alte Zeit, auch, wenn diese wahrlich vielleicht nicht immer gut war. Bilder, Zeitschriften und jetzt auch noch die sozialen Netzwerke geben uns Richtungen vor, denen wir uns nur schwerlich entziehen können. 

Die Hand – sensorisch, haptische Atmosphäre

Verschiedene Texturen und Materialien sind nicht nur spannend für das Auge, sondern weisen auch eine unterschiedlichen haptische Eigenschaft auf. 

Die einfachste Methode, um den Sinn des Fühlens immer wieder neu anzuregen ist der Einsatz von Textilien – weiche, flauschige Decken, kühlende Seide, rustikales Leinen.  Dabei ist es nicht einmal wichtig, echte haptische Reize zu vermitteln, sondern nur den Anschein davon zu erwecken.