Jetzt wird es philosophisch – Humor in der Kunst?

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Jetzt wird es philosophisch – Kunst und Humor – Schließt sich das kategorisch aus?

Manchmal kommt es mir so vor, dass man in ein Museum geht, Beuys Fettecke samt Stuhl sieht und ernsthaft dabei sein soll. Keiner traut sich wenigstens  ein wenig amüsiert darüber zu sein. Ernsthaftigkeit ist eben in einem Museum Sitte -genauso wie Ruhe. ( Dass es Beuys mit seinen Aussagen wahrscheinlich dennoch sehr ernst war, soll hier jedoch nicht diskutiert werden ).

Darf man über Kunst lachen? 

Über einige Aussagen der zeitgenössischen Kunst kann ich jedoch schmunzeln, sogar lachen und finde nichts verwerflich daran. Vor einigen Jahren  habe ich einen Vortrag über die Arbeiten des Schweizer Künstlerduos Andres Lutz und Anders Guggisberg gesehen – ich kann mich erinnern, dass einige Studenten nach dem Vortrag recht aufgebracht darüber waren, warum ihre Kunst humorvoll sei, Kunst müsse ernst sein! Also fand eine recht hitzige Diskussion im Anschluss des Vortrages darüber statt. Komischerweise hatten diese beiden Künstler es in ihrem Vortrag geschafft, dass eine Gruppe von Studenten zuvor herzhaft lachen durfte! Ich schlage deshalb jedem vor, der den nächsten Museumsbesuch fest eingeplant hat – sehen Sie hinter eine ernsthafte Fassade und wagen Sie es auch mal über ein Kunstwerk zu lachen oder wenigstens zu grinsen. Kunst war schon viel zu lange zu ernst!

Kaukunstück plädiert deswegen für mehr Schwachsinn und Mundwinkelheben in der neuen Kunst. Kaukunst möchte gefällig sein – ja sogar schmecken! Lassen Sie eine Welt der Eat-Art hinter sich, die nur versuchte Ekel und Gestank zu erzeugen oder sich nur mit dem Ungewöhnlichsten zufrieden gab. Das hat es alles schon gegeben! Verleibe dir Kunst ein – sei zufrieden!  Ist dies vielleicht der Versuch eines sehr ungewöhnlichen Manifestes? 

Leonardos Weisheit 2

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und positive Gefühle mit Kunst zu verbinden grenzt an Gefälligkeit und eine Ästhetik, die wir doch über Jahre hinweg versuchten auszumerzen. So wie der Parfümeur selbst schlimme Gerüche in seine Kompostionen mischt, damit ein interessanter und komplexer Geruch entstehen kann oder der Koch ein Gewürz in kleinen Mengen hinzufügt, das allein verzehrt zu stark wäre, so ist vielleicht die Brise Humor in der Kunst die letzte Würze oder wie eine interessante Zutat zu betrachten. 

Und nun zu etwas vollkommen anderem – Ein sehr erwachsenes Tiramisu mit Röstgerste. 

Kaukunst präsentiert ein neues, aufregendes Dessert: Schwarzes Tiramisu ! (Werktitel! )

Leonardo SchreiZitat Mr. B: „Eine Art Milchschnitte für Erwachsene“, Bilder können hier kaum folgen, da ich dieses Dessert zum ersten Mal gemacht habe! Mein blaues Buch gibt folgende Angaben für das Rezept:

Für die Löffelbiskuit:

60g Röstgerste (über einen Brauladen)

1 Tasse Wasser

1 Eßl. Kakao

1 Tl. australische Akaziensamen (wattle seeds)

30g und 30g Speisestärke und Mehl

6 Eigelb

130 g Zucker

Die Eier mit Gewürzen und Zucker aufschlagen, Mehl und die anderen Zutaten unterheben und die geschlagenen Eiweiße aus den 6 Eiern unterziehen. Zuvor die Röstgerste durch eine Getreidemühle zu einem feinen braunschwarzem Mehl mahlen. Das riecht sehr gut nach Kaffee. Röstgerste befindet sich auch im Stout, was es ein wenig schokoladig macht. Die australischen wattle seeds haben Duftnoten von Nuss, Schokolade und Kaffee, wer sie nicht bekommt, kann sie einfach weglassen.

Des Weiteren wird die Masse in einen Spritzbeutel gegeben und zu kleinen Knochen gespritzt. Sie werden bei 200°C gebacken, bis zu sehr gut duften (nach schwarzem Kaffee nämlich) und hart sind. Inzwischen verrührt man einen Becher Mascarpone mit Zucker (nach Geschmack, jeder soll es so süß machen, wie er möchte, ich mag es in diesem Fall recht herb), Zitronensaft und -zeste, Vanillemark und Amaretto mischen. Wenn die Masse noch zu dick ist, einfach ein wenig mit Milch verdünnen, der Mascarpone ist fett genug. Die Löffelbiskuit werden mit starken Kakao und Amaretto getränkt, mit der Creme geschichtet und schließlich mit Kakaopulver bestreut. Das ganze sollte gut im Kühlschrank durchziehen, bevor man es ansticht.

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Ich weiß noch nicht, ob man das Rezept  variieren kann. Wahrscheinlich wären Früchte eine gute Ergänzung zum bitteren, malzigen Geschmack der Röstgerste. Obst, das sich gut mit Kaffee ergänzen könnte, kommt mir noch nicht in den Sinn. Die Zitrusnoten der Creme haben sich jedenfalls perfekt ergänzt, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, Orangenfilets hinzufügen, da Säure hier nicht ausgewogen genug wäre. Ich könnte mir Cassis, Brombeeren oder sogar sehr aromatische Erdbeeren vorstellen.