Über Rübengewächse

Über Rübengewächse 

Die Rübe ist  ein pflanzliches Speicherorgan, unter anderem eine Verdickung der Wurzel, in der Energie in Form von Zucker gespeichert wird.

Schade, dass die Rübe einen schlechten Ruf hat. Beim Wort Steckrübensuppe wäre meinen Eltern noch schlecht geworden, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Rüben variieren jedoch stark in Form, Farbe, aber auch Geschmack. Es lässt sich vieles mit ihnen in der Küche machen. Sie sollte eigentlich keinen schlechten Ruf haben.

Wilde Möhre und Feuerwanzen

Die Karotte 

Die Karotte – auch Möhre, Mohrrübe oder Gelbe Rübe genannt, ist eine Königin unter den Rüben, sie vereint erdiger, aber auch süßer Geschmack mit einem Hauch von Petersilie. Zum Glück kann man die als “Urkarotte” bezeichnete Sorte Purple Haze auch im Supermarkt bekommen. Sie ist violett mit einem orange gefärbten Kern. Auch die Pfälzer Karotte – die echte Gelbe Rübe- habe ich schon im Supermarkt gekauft. Die gelben Sorten schmecken etwas milder, aber auch süßer.  Die violetten kräftig, sie eignen sich gut für Tomatensaucen, da sie ihre wunderschöne violette Farbe mit dem Rot vermischen. Wer seinen Gästen Essen in ungewöhnlichen Farben präsentieren möchte, sollte einmal eine violette Brühe kochen, dafür einfach nur die Schalen der Purple Haze mitkochen und die Brühe färbt sich tiefviolett.

Interessanterweise wird die wilde Möhre im Englischen als “Queen Anne´s Lace” bezeichnet. Die Blüten der Möhre sind als Dolde durchaus mit einer geklöppelten Spitze zu vergleichen  oder sehen ein wenig wie Omas Häkeldeckchen aus. Der Überlieferung nach, sei der Königin beim Sticken ein Blutstropfen in die Mitte der Spitze gefallen, was die kleinen blutroten Blüten in der Mitte der Möhrendolde zur Folge hatte. Diese dienten im Mittelalter dazu, Speisen rot zu färben. In dem Moment, in dem die Samen der Blüte reifen, zieht sich die Dolde vogelnestartig zusammen.

Navette, Pastinake  und Petersilienwurzel

Die Navette – ist eine bei Franzosen sehr beliebte Rübe.  Sie schmeckt rettichartig (ich hatte eine Sorte mit rosa Ansatz), eine Mischung aus Rübe und Rettich. Gut ist sie, wenn sie noch ganz klein ist und man sie in Butter und ein bisschen Zucker karamellisiert und mit Kerbel bestreut. Sie enthält viele Senföle, daher kommt der leicht scharfe Geschmack. Zu den Navetten wird meiner Meinung nach auch die gelbe Butterrübe gezählt, ich schätze sie sehr, obwohl sie nur wenig verkauft wird. Sie hat einen pastinakenähnlichen Geschmack, nur ein bisschen besser, weil sie so zart ist. Zu Butterrüben zählen auch die von Goethe so geschätzen Teltower Rübchen, zu deren Genuss ich bis jetzt nur einmal gekommen bin und die tatsächlich die Kaiserin unter den Rüben ist.

Die Pastinake und ihre kleine Schwester Petersilienwurzel – kaum kann man sie unterscheiden, so ähnlich sind sie sich, auch geschmacklich. Die eine ist gedrungener, die andere hat einen petersilienartigen Geschmack. Gut sind beide. Ich kann mir kaum vorstellen ohne sie zu sein, im Herbst dünste ich sie gerne in Butter, manch einer ist dann erstaunt über den guten Geschmack. Sonst ist sie aber auch eine gute Beigabe in Suppen und Saucen aller Art. Man kann auch eine herrliche Cremesuppe aus ihnen machen. Sie sind vielseitig und schmackhaft.