Tomaten aus Eichstetten – Von Berner Rose bis zur Reisetomate

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Eine Reise auf der Suche nach den besten Tomaten? 

Neulich in Eichstetten – Eichstetten, wo soll das sein? Am Kaiserstuhl. Auf der Suche nach ausgezeichneten und seltenen Tomaten. Warum eigentlich Eichstetten, wie kam es dazu? 

Wir sahen eine Sendung über Tomaten, in der ein Demeterhof in Eichstetten vorgestellt wurde. Hier sollte es eine unglaubliche Auswahl an Tomaten haben. Nicht nur rote, sondern eben auch gelbe und grüne Tomaten werden dort angeboten. Das Besondere sind vor allem alte Sorten.  Zwar hatte ich mich in diesem Gebiet auch schon selbst an den Anbau im Garten gewagt, aber von einer “Berner Rose” ,  hatte ich noch nichts gehört.

Mein Mann kam auf die Idee die zwei Stunden Fahrzeit in Kauf zu nehmen und eine Tour dorthin zu machen. Schon oft hatten wir kulinarische Touren ohne Sinn und Verstand unternommen. Ich erinnere mich vage an die Eat Messe in Wiesbaden, an die scheußliche Kombination von Senf und weißer Schokolade, aber auch an französische Patisserie. 

Ein Demeterhof in Eichstetten hatte das rote Gold… 

In Eichstetten angekommen, fanden wir auch ziemlich schnell den Ort all unserer Träume – besagter Demeterhof. Man hatte nicht zu viel versprochen. Schon von Weitem konnte man die kleinen Gewächshäuser und die daran anliegenden Gärten bewundern. Das milde Klima des Kaiserstuhls setzte noch ein i-Tüpfelchen oben drauf.

Wir waren scharf auf die große Auswahl an Tomatensamen, da wir uns erst vor kurzem ein Gewächshaus zugelegt hatten. Die Tomaten darin gediehen prächtig. Es wurde uns erzählt, dass es ein Samenfest in Eichstetten gebe, bei dem man aus unzähligen Sorten aussuchen könne.  Dieses fände aber immer nur ein Mal im Jahr statt. Daher hatte der Hof zur Zeit nur wenige Samen im Angebot. Trotzdem ergatterten wir einige sehr seltene Exemplare, darunter auch die Reisetomate,  eine Sorte von der ich bis jetzt immer nur gelesen hatte.

Raster - Tomate 2

Der Erhalt alter Sorten 

Neben den Tomaten, nahm ich noch zwei kleine runde Zucchini mit (es waren keine Rondini, siehe Photo, vielleicht kann mir ja jemand sagen, wie diese Sorte heißt?) und eine weiß, lila gefärbte Aubergine. Außerdem erfuhren wir von dem Samengarten in der Nähe, der zum Erhalt alter Gemüse- und Obstsorten angelegt worden war. Ich verweise hier einmal ohne zuviel Werbung zu machen auf ihre Webseite.

Irgendwie schafften es dann auch noch ein paar Obstbrände in unseren Kofferraum und die Vorfreude, endlich daheim Tomaten einzukochen und zu probieren. Aus der Berner Rose machten wir zum Beispiel eine Passata. Diese Fleischtomatensorte hat eine sehr dünne Haut und ist deswegen nicht lange lagerfähig. Sie hat ein wundervolles Aroma, süß-säuerlich und paradiesisch (sie hätte den Namen Paradeiser oder Liebesapfel wirklich außerordentlich verdient 🙂 ) 

Kreise Tomaten 2

Aus den anderen Tomaten machte ich nach einem Rezept von Marcella Hazan Tomatensalat. Dieser Salat ist natürlich nur so gut, wie die Tomaten, die man verwendet – ein echtes Sommergericht also.

Grüne Tomaten? 

Wir hatten Green Zebra unter den Tomaten, eine grüne Sorte, die äußerst fruchtig ist, leicht herb mit feiner Säure. Gelbe Birne – zart, leicht fruchtig und nicht zu sauer, violett-schwarze Tomaten (indische Tomate?) eine Fruchtexplosion, viel kräftiger als rot, dennoch ausgeglichen und eine Fleischtomate (ich dachte es wäre coeur de boeuf oder Raf, aber es war keine von beiden!). Für Coeur war die Tomate viel zu süß, für Raf sprach nicht die Farbe. Diese Tomate kam dann auch in die Passata, ich denke sie ist eine reine Soßentomaten, ganz süß, überhaupt keine Säure, leicht mehlig. Wenn irgendwann einmal ein Dessert mit Tomaten erfunden wird, dann wahrscheinlich mit dieser Tomate! Vielleicht hätte ich sie kandieren sollen ?

Nachtrag: Ursprünglicher Artikel entstand 2011