SALON No.1

Sehen * Hören * Schmecken 

1) Bienenstöcke – Felix Mendelsohn Bartholdy, Presto in C-Dur – Bienenwaben und Ziegenkäse 

2) Verwobenes und Knäule – Hugo Distler, Walzer – pikante Spiralen und süße Knäule 

3) Wunderkammer und Kleinstobjekte – Max Reger, Blätter und Blüten – Salzkaramell

Die Form des Salons ist eigentlich ziemlich alt – und auch lange Zeit verpönt gewesen, da zu akademisch. Salonmusik und Salonkunst wurden beinahe zu Schmähworten. Doch der Austausch mit Gleichgesinnten an einem gemeinsamen Abend oder Nachmittag wuchs mir ans Herz. Im eigenen Nest gemeinsam die Sinne erforschen anhand von Kunst, Musik und Essen. Dies waren die Ziele jenes ersten Salons, der sich auch dem Thema Nest, an dem ich lange gearbeitet hatte, widmete. Das eigene Heim, das sich stets im Wandel befindet konnte für diese Ausstellung nur der passendes Ort sein. Mittlerweile, nachdem auch schon der zweite Salon in diesem Jahr stattfand, werden weitere vielleicht auch an anderen Orten stattfinden können, momentan nur ein Gedanke, der noch nicht ausgeführt wurde. 

Im ersten Auftakt des Salons widmete ich mich den Bienenstöcken, die eine besonders schöne Form haben. Bienen – ein weiblich regierter Staat – produzieren ihre Baustoffe sogar innerhalb ihres eigenen Körpers (genauso wie Spinnen). Es ist natürlich irrsinnig sich das für große Organismen außerhalb der Insekten- und Spinnenwelt vorzustellen. Neben dem genetischen Code für die Herstellung für Wachs und Honig, weiß die Biene instinktiv auch darüber, wie sie die Waben anordnet. Und ein schönes, geometrisch perfektes Muster aus Hexagonen entsteht. Die eigentliche Form, die Bienen dabei jedoch tatsächlich anstreben ist wohl ein Zylinder. Durch den Druck, den die einzelnen – aus weichem Material geformten und durch die hohe Anzahl der Insekten warm gewordenen  Waben erfahren, entsteht eine geometrische und zugleich symmetrische Form. Der kleine Kopf des Insekts bewegt sich unaufhörlich im Kreis um sich selbst und bildet so den Wachszylinder. Diese Bewegung ist in der Tierwelt zur Herstellung ihrer Behausungen oft zu finden. Die erste Frage, die ich mir sofort stellte, war, ob Menschen auch einen solchen Bauplan in sich vorgegeben haben. Vielleicht ist auch bei uns die Kreisform präsent, zumindest in verschiedenen Ausprägungen, wenn man z.B. an das Iglu denkt. (Merz?) 

Nicht nur Honig duftet und schmeckt nach den Blütennektar und -pollen, der dafür gesammelt wurde, auch das Wachs der Waben hat einen floralen Geruch und Geschmack. Die ganze Wabe samt Wachs kann in kleinen Mengen gegessen werden. 

Der Mittelteil des Salons thematisierte die Vogelnester, gewobene und geflochtene Knäule. Auch hier finden wir die Kreisform wieder, z.B. bei Amselnestern, die auch Lehm und Erden mit ihrem Speichel vermischen und eine sehr stabile Schüsselform damit produzieren. Der kleine Webervogel z.B. fertigt ganze, organisch geformte, Nester in chaotischer Webtechnik. Mein persönlicher Versuch ein solches Nest zu machen, stellte sich aus schwierig heraus, der der kleine Schnabel des Vogels die Grashalme sehr präzise einander verweben kann. Manche Vögel nehmen damit Vorlieb, was ihnen so in den Schnabel kommt, auch gerne Plastikmaterialien aus dem Meer oder metallisch glänzende Folien. Der Basstölpel nimmt mit Vorliebe orangefarbene Plastikreste, die Tiere wissen sich zu behelfen und werden zu wahren Improvisationstalenten.

— Die zeitgenössische Kunst bedient sich Prozessen, ist spontan, nimmt mit Materialien vorlieb, die einfach zu finden sind. So ging es mir mit dem Salz. Am Strand sitzend, nahm ich mit dem Vorlieb, was ich gerade fand. Ein paar Seetangstreifen, die ich lose flocht und in meinem Skizzenbuch presste. Später, als der Tang getrocknet war, entdeckte ich die Reste des Meersalzes, das an den Rändern ausgeblüht war. So entstanden sehr langsame Arbeiten, kleine Arbeiten aus Orchideenwurzeln, die das Salzwasser sehr gut aufnehmen und abgeben. Im Schlussteil wurden kleine Arbeiten, die im Laufe der Zeit entstanden waren und Fundstücke in einer Art Wunderkammer präsentiert, sowie eine 10 Jahre alte Diaarbeit, die sich mittlerweile auch stark verändert hatte. 

 Als letzte kulinarische Geschmacksprobe gab es Salzkaramell, da dieses zwei meiner Lieblingsmaterialien miteinander durch die Zugabe von Fett verbindet: Salz und Zucker. 

 

 

getrocknete Milch
Salzkristalle

— Die zeitgenössische Kunst bedient sich Prozessen, ist spontan, nimmt mit Materialien vorlieb, die einfach zu finden sind. So ging es mir mit dem Salz. Am Strand sitzend, nahm ich mit dem Vorlieb, was ich gerade fand. Ein paar Seetangstreifen, die ich lose flocht und in meinem Skizzenbuch presste. Später, als der Tang getrocknet war, entdeckte ich die Reste des Meersalzes, das an den Rändern ausgeblüht war. So entstanden sehr langsame Arbeiten, kleine Arbeiten aus Orchideenwurzeln, die das Salzwasser sehr gut aufnehmen und abgeben. Im Schlussteil wurden kleine Arbeiten, die im Laufe der Zeit entstanden waren und Fundstücke in einer Art Wunderkammer präsentiert, sowie eine 10 Jahre alte Diaarbeit, die sich mittlerweile auch stark verändert hatte. 

 Als letzte kulinarische Geschmacksprobe gab es Salzkaramell, da dieses zwei meiner Lieblingsmaterialien miteinander durch die Zugabe von Fett verbindet: Salz und Zucker.